Eine persönliche und wissenschaftliche Sichtweise auf Chikung Tai Chi

2015

Pedro Jesús Jiménez Martín

Pedro Jesús Jiménez Martín

Doktor der Sport- und Bewegungswissenschaften

Ordentlicher Universitätsprofessor

Fakultät für Sport- und Bewegungswissenschaften – INEF

Technische Universität Madrid

Im Jahr 2008 begann ich bei Meister Haoqing Liu Chikung-Tai Chi zu praktizieren, weil ich meine Kenntnisse dieser Disziplin sowohl als Praktizierender als auch als Fachmann auf dem Gebiet der körperlichen Aktivität und des Sports erweitern und vertiefen wollte. Der Meister erwies sich als eine echte „lebendige Quelle“ von Informationen. Er ist nicht nur in der Lage, die neuen Paradigmen zu erklären, mit denen uns diese Tradition hinsichtlich einer gesunden körperlichen Betätigung konfrontiert — Maßstäbe, die zugleich unser westliches Vorgehen infrage stellen —, sondern verfügt auch über ein tiefes Verständnis für den Grund jedes einzelnen Details dieser Praxis. Dieses Wissen diente mir als Leitfaden bei der Erforschung der gesundheitlichen Wirkungen von Tai Chi Chuan und Qigong.

Die Ergebnisse dieser Annäherung waren bemerkenswert. Ich konnte seine Lehren sowohl auf die Arbeit unseres Forschungsprojekts zu dieser Disziplin an der Fakultät für Sport- und Bewegungswissenschaften – INEF der Technischen Universität Madrid übertragen, aus der zahlreiche nationale und internationale wissenschaftliche Veröffentlichungen hervorgegangen sind, als auch dieses Wissen im Hochleistungssport mit der spanischen Badminton-Nationalmannschaft erproben und anwenden.

Mein persönlicher Eindruck nach diesen Jahren mit Liu ist, dass Tai Chi Chuan und Qigong einen außergewöhnlichen, über Jahrhunderte angesammelten Wissensschatz darstellen. Für unsere westliche Kultur der körperlichen Aktivität sind sie eine unerschöpfliche Quelle der Forschung in all ihren therapeutischen, kämpferischen, philosophischen und sportlichen Dimensionen.

Es ist erfreulich zu sehen, dass die Zahl der spezialisierten wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu diesem Thema international erheblich zugenommen hat und diese Disziplin allmählich die Anerkennung erhält, die sie verdient. In einigen Ländern ist sie durch entsprechende Interventionsprogramme sogar zu einer gesunden nichtmedikamentösen Alternative bei der Behandlung verschiedener Erkrankungen geworden.